Ismail Kadare: Ein folgenschwerer Abend
Frankfurter Rundschau, 22.06.2010: "Auch in seinem jüngsten Roman läßt Ismail Kadare seine Leser in die Tiefen der albanischen Geschichte und der menschlichen Abgründe blicken. Beides ist so untrennbar miteinander verknüpft, daß Albanien uns durch Kadares Werk zur Welt wird. Es ist eine fürchterliche Welt, nein, eine Welt, in der Fürchterliches möglich ist. Wie in jedem starken Alb schleicht sich das Furchtbare aber langsam an, schlängelt sich das Gefährliche dicht am Gemütlichen und Häuslichen entlang. 'Ein folgenschwerer Abend' ist eine tückisch gutmütig daherkommende Gesellschaftssatire, eine Gespenstergeschichte, eine Geschichtsstunde, ein Bericht über die grenzenlose Menschenverachtung im Stalinismus." Judith von Sternburg
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2010: "Mit Wulf Kirstens Anthologie, der man prophezeien kann, dass sie sich bald als der grosse Kirsten unentbehrlich machen wird, hat Egon Ammann am Ende seiner grossartigen Verlegerlaufbahn allen deutschsprachigen Lyrikfreunden ein generöses Abschiedsgeschenk gemacht, für das ihm Anerkennung und Dank gebührt." Peter Hamm
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Signum, Sommer 2010: "Endlich zeigt sich, was für poetische Schätze der Jäger und Sammler Kirsten aus zum Teil längst verloren gegangenen, mitunter auch einmaligen und kleinen Editionen gehoben und über Jahrzehnte bewahrt hat... Der Buchpreis ist stattlich. Stattlich ist aber auch, was der Leser dafür in die Hand bekommt - eines von den richtig guten Ammann-Büchern, wie wir sie zukünftig schmerzlich vermissen müssen." Michael Wüstefeld
Thomas Hürlimann: Dämmerschoppen
Schweizer Monatshefte, Juni 2010: "Was in der Literaturgeschichte oft ein wenig herablassend als kleine Form bezeichnet wird, erweist sich bei Hürlimann als grosse Sprachkunst, aphoristisch verdichtete Geschichten und Reflexionen, die ebenso lebensklug wie sprachlich brillant sind. Auffällig an den in 'Dämmerschoppen' versammelten Texten ist die Vielfalt der Stil- und Tonlagen. Ob spitzzüngige Satire, absurde Situationskomik oder philosophische Betrachtung, Hürlimann beherrscht souverän die verschiedenen Register und fühlt sich überall gleichermassen zuhause." Georg Deggerich
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Schweizer Buchhandel, Juni 2010: "Es ist ein schönes Abschiedsgeschenk, das der Ammann Verlag seinen treuen Leserinnen und Lesern gibt: Wulf Kirstens immense Sammlung von deutschen Gedichten enthält neben einigen Klassikern auch eine überraschende Vielstimmigkeit der Autorinnen. Das Buch ist eine nicht enden wollende Entdeckungsfahrt. Dazu müssen wir ihm und dem Verlag laut und lange applaudieren."
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
SWR 2, 23.05.2010: "Grischkowez erzählt, er kommt, wie man so sagt, vom Hölzchen aufs Stöckchen - es sind sehr schöne Hölzchen und Stöckchen dabei - er hält inne, stellt Fragen an die Leser, vor allem an sich selbst, er zweifelt, er ironisiert, und er läßt sich von der eigenen Erinnerung wieder mitreißen. 'Flüsse' - das ist eine Einladung zu einer Fahrt mit vielen subtilen, wunderbar leichten, auch witzigen Passagen, die nicht nur an die Ufer einer sibirischen, sondern auch an die der eigenen Kindheit führen könnte." Gisela Erbslöh
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
Zeit online, 22.05.2010: "Für uns Weggegangene, Zugereiste und unter der modernen Geißel der Mobilität leidenden ist deshalb Jewgenij Grischkowez der richtige Autor. Mit sanftem Humor beschreibt er das Dilemma der Identität anhand seiner sibirischen Vergangenheit, von der man sagen kann, dass sie eine moderne Vergangenheit ist. In vieler Hinsicht sind wir deshalb alle Sibirier. Wobei es uns natürlich nie gelingen wird, eine Schapka mit derartiger Selbstverständlichkeit auf unseren ausgekühlten Schädel zu drücken, wie jemand, sagen wir zum Beispiel aus Omsk." Fokke Joel
Ismail Kadare: Ein folgenschwerer Abend
Unique 51, Mai 2010: "Kadare hinterfragt mit seiner spielerisch-ironischen Art unsere Fähigkeit, ein sicheres Urteil zu bilden, und macht uns immer wieder darauf aufmerksam, wie sinnlos (hätte es nicht so fatale Auswirkungen, könnte man fast sagen: wie possierlich) das menschliche Treiben im Großen und Kleinen anmutet. Doch trotz der fein-herben Ironie hebt die Geschichte nie ab ins Lächerliche. Zu schwer ist die Substanz: Verschwörungstheorien paranoider Opfer und Täter, Historie kommunistischen Terrors, Legenden von vergewaltigten Schwestern und auferweckten Toten... Bis in den letzten Satz hinein trägt es die Handschrift Kadares, der gekonnt Musil'schen Möglichkeitssinn mit kafkaesken Albträumen verbindet."
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
FAZ, 15.05.2010: "Es ist eine polyphone Partitur, zu der widerstreitende Stimmen aus sechs Jahrzehnten angeordnet sind. Auch wer sich lange mit den Gedichten der hier dokumentierten Jahrzehnte beschäftigt hat, wird bei der Lektüre überraschende Begegnungen erleben. Dieses Ganze ist das Gegenteil einer poetischen Blütenlese. Es ist nicht weniger als das lyrische Porträt einer Epoche, im Wortsinne eine sinfonische Dichtung. Aufmerksam für „das leicht Verletzliche“, das ihr mit einem Wort Oskar Loerkes den Titel gegeben hat, wird hier ein Zeitalter besichtigt. Dabei sind Vorlieben des Sammlers nicht zu verkennen. Die radikalen Sprachexperimente der Avantgarde treten ebenso in den Hintergrund wie die kabarettistische Komik. Auch wenn sich hier manche spielerischen und heiteren Gedichte finden, von Morgenstern bis Ringelnatz, ein schwermütiger Grundton durchzieht die Sammlung doch wie ein dunkler Gong."
Heinrich Detering
Ismail Kadare: Ein folgenschwerer Abend
taz, 15.05.2010: "Ismail Kadare hat eine besondere Vorliebe für makabre und absurde Situationen aus dem Zwischenreich, in dem die Toten lebendig zu sein scheinen und die Lebenden wie Tote wirken. Er betreibt eine Art Umkehrung der Aufklärung: Am Ende weiß man gar nichts mehr, noch nicht einmal, ob die Geschichte sich so abgespielt hat und ob es all diese Menschen überhaupt gab. Und doch stellt Kadare die Zeitgeschichte vom Kopf auf die Füße. Er ist ein vom 20. Jahrhundert zutiefst ernüchterter Autor, der seinen grimmigen Humor aber nicht verloren hat." Jörg Magenau
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Deutschlandradio, 10.05.2010: "Das Resultat dieser Jahrzehnte umfassenden Arbeit kann sich sehen lassen. Neben Autoren, die in diesem zeitlichen Rahmen zu erwarten waren, vereint dieses künftige Standardwerk der deutschsprachigen Lyrik auch Namen, die man in den einschlägigen Literaturgeschichten vergeblich sucht. Wulf Kirsten hat sich der Vergessenen ebenso fürsorglich angenommen wie derer, die zum Lyrikkanon gehören. Dieses Miteinander von Stimmen, die sich zu einem lyrischen Chor vereinen, macht den Reiz der Sammlung aus. Zeit ist in die Gedichte nicht nur eingegangen, sondern die Gedichte haben der Zeit in aller nur möglichen Zartheit auch ihren 'Versstempel' aufgedrückt. Mit dieser Anthologie liegt ein lyrisches Kompendium vor, in dem man sich verlieren kann. Es hält überraschende Entdeckungen für den bereit, der sich auf eine lyrische Zeitreise einlassen will." Michael Opitz
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Frankfurter Rundschau, 24.04.2010: "Das Kraftfeld dieser Sammlung ist der fortgesetzte Wandel des Blicks. Prominentes wird neben Vergessenes so gesetzt, dass ein neuer Kontext entsteht. Das Postament wird vielstimmig, Kirsten möchte ein stilgeschichtliches Strömen, die Beweglichkeit der Motivketten flagrant werden lassen. Der Band hat das Zeug zum Standardwerk, die Überschüsse sind bedeutsam. Für Lyrik-Leser unverzichtbar." Jürgen Verdofsky
Ismail Kadare: Ein folgenschwerer Abend
Deutschlandradio, 23.04.2010: "Die Gräuel, die sich im Folterkeller ereignen, erzählt Kadare im selben heiteren, leichten Ton, in dem er auch über die Verwicklungen zuvor berichtete. Der Wahnsinn, der die Handlungen der Protagonisten antreibt, beginnt auf diese Weise gespenstisch zu leuchten. Die Zeitgeschichte verliert ihren rationalen Grund und erscheint als seltsames Mysterium." Jörg Magenau
Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe
Die Presse, 23.04.2010: "Immer wieder bin ich dem Verleger Egon Ammann dankbar, Fernando Pessoa im Deutschen zum Begriff gemacht zu haben; Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares spendet Trost – und um Trost geht es in der Literatur, daran glaube ich fest." Erich Wolfgang Skwara
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Leipziger Volkszeitung, 22.04.2010: "Einen ähnlich gegen den Strich gebürsteten Querschnitt durch die Poesie von Nietzsche bis Celan sucht man vergebens. Man begegnet beim Stöbern in der üppigen Fülle dieser Verskollektion eben nicht nur den üblichen Verdächtigen. Viel häufiger stößt man auf noch nie gehörte oder dem kollektiven Gedächtnis entfallene Namen. Die Verblüffung reißt nicht ab beim Blättern. (...) Als Wegweiser durch das Dickicht der Anthologie dient Kirstens kundig-brillantes Nachwort. Dieser Epilog dürfte Geschichte schreiben als einer der besten Essays, die jemals über Sinn und Wandel moderner Poesie publiziert wurden." Ulf Heise
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
WDR 3, 19.04.2010: "Der Weggezogene blickt mit Befremden und Zärtlichkeit zugleich auf den Ort der Herkunft. Er entkleidet ihn aller Mythen, aller Romantik, aller Sehnsucht, die er für den Nostalgiker oder den Touristen haben könnte."
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Mitteldeutsche Zeitung, 16.04.2010: "Zwanzig Jahre lang hat der Weimarer Dichter an dieser Sammlung gearbeitet. Ihm ist mit dieser Kollektion Großartiges gelungen! Auch das Nachwort des Herausgebers ist eine Fundgrube, ja sogar eine Literaturgeschichte der Moderne im Kern. Kirstens mit viel Augenmaß kompilierte Anthologie kann eine ganze Bibliothek ersetzen. In diesem Sinne ist der gewichtige Band sogar ein echtes Schnäppchen." Kai Agthe
Ulrich Holbein: Narratorium
Litlog, 13.04.2010: "Dass Holbein auch dort seine ausgesuchte Höflichkeit bewahrt, wo er doch eigentlich permanent kleine Giftpfeile abschießt, zeichnet ihn in der Konversation wie auch in seinen Büchern gleichermaßen aus. Wen Holbein zerfetzt, den hat er genau gelesen, mithin ernst genommen, oder - wie Peter Sloterdijk - sogar einmal geachtet. Und so weiß man beim Lesen einiger polemischer Porträts aus seinem Narratorium kaum, was man mehr bestaunen soll: den Wortreichtum, mit dem er die Schwächen der von ihm Porträtierten stets präzise auf den Punkt bringt, oder, dass er all die Luise-Rinser-Bücher sowie Sloterdijk'schen Sphären und Blasen tatsächlich bis zur letzten Fußnote gelesen hat, ohne das Bedürfnis zu spüren, sein Leben ändern zu müssen. In der Kontamination von 'Narr' und 'Narratio' wird die Ambition des Werks deutlich, Erzählwerk zu sein. Aber das Narratorium ist mehr als das. Als Essay-Sammlung ist es ein Nachschlagewerk wie eine gebundene Lachsalve gleichermaßen. Man möge nun allerdings nicht glauben, es handle sich bei diesem Kompendium allein um die Geburt einer Enzyklopädie aus dem Geist der Blödelei. Dazu sind die Porträts dann doch zu wissensgesättigt." Philipp Böttcher
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
NZZ, 13.04.2010: "Jewgenij Grischkowez ist ein angenehm unzuverlässiger Erzähler. Wie viele russische Autoren betont er stets sein Nichtwissen und seine Unsicherheit. Er liebt rhetorische Fragen und verwirrende Reflexionen darüber, dass man manche Dinge nie zu Ende denken wird, aber trotzdem irgendwie verstanden hat. " Judith Leister
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
Rheinische Post, 12.04.2010: "Ein Buch über Sibirien handelt natürlich von der Kälte und dem Eis und den gar nicht frostigen Gefühlen. Zum Beispiel die lebendige Wärme in den heraufbeschworenen Erzählungen des Großvaters, eine Wärme, die sein Enkel in Südeuropa vergeblich sucht."
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
Berliner Zeitung, 08.04.2010: "'Flüsse' ist ein Buch über Sibirien und seine Menschen, oder vielmehr die Erinnerung daran. Denn die Erinnerung in diesem Buch fließt und fließt wie ein sibirischer Strom. Gleich zu Beginn jedoch durchkreuzt der Erzähler, der seine Heimat vor Jahren verlassen hat, mögliche Erwartungshaltungen und Klischees. Geprägt ist der in einem ruhig dahin strömenden Rhythmus verfasste, fast schon meditative Text von Fragen, Zweifeln und Melancholie. Reflexionen darüber, warum der Erzähler die Weite Sibiriens verlassen musste, die er als drückende Enge empfand. Geliebt hat er seine Heimat nie, die Empfindungen sind dennoch überwältigend."
Mathias Schnitzler
Eric-Emmanuel Schmitt: Vom Sumo...
Kieler Nachrichten, 07.04.2010: "Erfolgsautor Eric-Emmanuel Schmitt hat die wunderbar leichtfüßige Geschichte einer unwillkommenen Wandlung geschrieben. Kurzweilig zu lesen, verdeutlicht der kleine Entwicklungsroman, dass noch immer der Weg das Ziel ist - und dass es sich lohn, sich mit dem Zen-Buddhismus zu beschäftigen."
Ismail Kadare: Ein folgenschwerer Abend
Jüdische Zeitung, April 2010: "Auch mit seinem neuen Roman ist Kadare ein glänzend erzähltes, universelles Dokument politisch-motivierter Gewalt gelungen, das den Leser mit seinen dunklen, suggestiven Bildern langfristig verstört."
Thomas Hürlimann: Dämmerschoppen
nahaufnahmen.ch, 06.04.2010: "Hürlimann zieht immer wieder in den Bann und regt zum Philosophieren über die Zeit an. Mit seinem 'Dämmerschoppen' hat der Ammann Verlag sein Erbe um ein literarisches Kleinod erweitert." Stephan Sigg
Elmar Holenstein: China ist nicht ganz anders
www.deutscher-buchmarkt.de, 01.04.2010: "Man müsse sich vor den grossen Vereinfachern hüten, schreibt Holenstein, der selber keiner ist, sondern ein differenziert argumentierender Intellektueller, der sich wohlformuliert und verständlich auszudrücken versteht." Hans Durrer
Abraham Sutzkever: Wilner Getto / Gesänge
Freiburger Rundbrief, 2/2010: "Er schuf Lieder für die Ewigkeit und Lieder, die den Verdammten im Lager zum Trost wurden. Abraham Sutzkevers Texte sind ein Wunder und die Bücher ein Ereignis. Die Dichtung hat gesiegt."
Stefan Berkholz
Jacques Picard: Gebrochene Zeit
Kalonymos - Beiträge zur deutsch-jüdischen Geschichte 1/2010: "Picard liefert eine scharfsinnige Analyse des Alltags von staatenlos Gewordenen im 20. Jahrhundert. Eindrucksvoll versteht er es, verschiedene Motive, die in den Lebensberichten anklingen, schließlich zu einem 'Alphabet der Erinnerung' zusammen zu fügen. Aus alldem entsteht eine ungewöhnliche Lektüre. Der Autor verleiht dem Erleben und Wirken des Einzelnen individuelles Gewicht; zugleich erfassen wir, wie dieses Einzelschicksal ihren Beitrag für das Gemeinwesen prägte." Joachim Hemmerle
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
Frankfurter Rundschau, 30.03.2010: "Grischkowez´ Erzählung ist eigentlich gar keine, zumindest keine, in der viel passieren würde. Es ist ein Reisebericht in die Kindheit. Flüsse nähren die Hoffnung, eines Tages entfliehen zu können. Der Titel steht aber auch für die Poesie dieses schmalen, leichten Buches. Es ist ein fließender Text, ein Gedankenstrom durch die ersten bewussten Wahrnehmungen der Welt, die einen umgibt. Kindheitsepisoden und Heimaterkundung durchdringen sich in diesem Prosamonolog."
Ulrich Rüdenauer
Antonio Machado: La Guerra - Der Krieg
WDR 3, 30.03.2010: "Im heutigen Spanien ist Antonio Machado überaus populär. Weil er die Kargheit und die Schönheit des Landes besungen hat, seine Größe und seine Tragik. Der Zürcher Ammann Verlag ehrt den Poeten mit einer eleganten Werkausgabe, herausgegeben von Fritz Vogelgsang. Ganz klar: Im fünften und letzten Band gibt der Propagandist und Polemiker den Ton an. Aber manchmal, gottlob, hören wir auch den feinsinnigen Dichter wieder."
Uwe Stolzmann
Swetlana Geier
Südwest Presse, 29.03.2010: "Swetlana Geier übersetzt seit einem halben Jahrhundert russische Literatur ins Deutsche und ist vielfach dafür ausgezeichnet worden. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass die Frau, die dem deutschen Leser den bislang klarsten, werkgetreusten Dostojewski geschenkt hat, eine Russin ist. Eine russische Muttersprachlerin, die in eine zwar perfekt beherrschte, aber doch angelernte Sprache übersetzt."
Friedemann Kohler
Peter K. Wehrli: Katalog von allem
Schweizer Illustrierte, 29.03.2010: "Eine dichterische Kopfreise mit Stop-over-Möglichkeiten."
German Sadulajew: Ich bin Tschetschene
eigentümlich frei, 29.03.2010: "Im Roman 'Ich bin Tschetschene' geht der Autor der Frage nach, was es heute für ihn bedeutet, Tschetschene zu sein. Wichtiger als alle präsidenten, Generäle, Großmuftis und Mullahs sind ihm die einzelnen Clans, aber auch die nordkaukasische Landschaft. Etwa die Milchkühe, die abends von selbst von der Weide in die Ställe zurückkehren, oder die Schwalben, von denen alle hoffen, dass sie im Frühjahr an ihrem Haus nisten."
Wolf Dieter Kantelhardt
Eric-Emmanuel Schmitt: Vom Sumo...
Ostthüringer Zeitung, 27.03.2010: "Wer 'Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran' oder 'Oskar und die Dame in Rosa' von Eric-Emmanuel Schmitt kennt, wird auch in diesem Werk die Handschrift des französischen Bestsellerautors wiederfinden. Schmitt komponiert eine inspirierte Erzählung über einen verlorenen Jungen und versteht es wie kein Anderer, sie mit Lebensweisheit zu würzen. Eine Geschichte, die auch deshalb so schön ist, weil es ausnahmsweise einmal darum geht, das Eigengewicht zu erhöhen."
Magdalena Apel
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Ostthüringer Zeitung, 27.03.2010: "Wäre die Anthologie über diese vielstimmige Lyrikepoche noch vor der Wende in der DDR erschienen, wäre sie ein Ereignis geworden, meint Wulf Kirsten. Nun kommt das Ereignis mit Verspätung und wird aufhorchen lassen. Das Einmalige an dieser eigenwilligen Sammlung mit Poesie in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan ist: Kirsten spürte bekannte Poeten und zahllose Außenseiter und Vergessene auf. Er führt sie in Gruppierungen zusammen und macht auf „unterirdische Verbindungen“ − auch im großartigen Nachwort-Essay − aufmerksam. Wer Lyrik liest und liebt, wird sich an dieser Sammlung − ein Höhepunkt im Schaffen Wulf Kirstens begeistern."
Annerose Kirchner
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
falter.at, 24.03.2010: "Der Verlag spart in seiner letzten Saison nicht mit Lebenszeichen. Diese vom deutschen Lyriker Wulf Kirsten besorgte Anthologie darf als ein solches verstanden werden. Der Band ist noch prachtvoller ausgestattet, als es fast alle Ammann-Bücher ohnehin sind." Armin Thurnher
Abraham Sutzkever: Wilner Getto / Gesänge
Südkurier, 25.03.2010: "Mit der Veröffentlichung zweier Bände mit Werken des in diesem Jahr verstorbenen jiddischen Dichters Abraham Sutzkever aus Wilna gibt uns jetzt der Ammann Verlag eine unvergleichliche Chance der Erinnerung. Die vom Verlag vorgegebene und dann gemeinsam mit dem Übersetzer erweiterte Idee, dem Erfahrungsbericht Lyrik an die Seite zu stellen, kann man nur als glücklich bezeichnen. Die Gedichte hindern den Leser daran, den Bericht über die Verfolgung und Ermordung der Wilnaer Juden durch die Nazis und ihre litauischen Helfer einfach nur seinem gesammelten Wissen über den Holocaust zuzuschlagen. Sie stoßen ihn auf etwas, was ihm beim Abheften als Erstes verloren ginge: auf die 'Fassungslosigkeit' (S. Friedländer) der Erzählung."
Ismail Kadare: Ein folgenschwerer Abend
Basler Zeitung, 19.03.2010: "Wo andere Autoren Kriegsbilder aus Schutt und Asche zeichnen würden, malt Ismail Kadare seine Geburtsstadt Gjirokastra als eine Art Schilda, wo die Meinungen hin- und herwogen, die Geheimdienste sich kreuzen und ein Gerücht das nächste jagt und aufhebt. Kadare durchleuchtet und durchwärmt seinen Politroman mit einer brennend-sonnigen Ironie."
Henrik Jäger: Den Menschen gerecht
FAZ, 17.03.2010: "Auch bei seinen eigenen Interpretationen ist der Herausgeber Jäger nicht vor allem an begrifflichen Ein- und Zuordnungen interessiert; er stellt sie deshalb kaum in den Zusammenhang der sinologischen Forschung. Ein solches Vorgehen hat natürlich seinen Preis. Da konkurrierende Deutungen nicht herausgearbeitet und diskutiert werden, ist die Plausibilität einzelner Übersetzungen und Kommentare nicht immer eindeutig. Aber solche Einwände sind kleinkrämerisch gegenüber der Leistung, auf ebenso radikale wie unangestrengte Weise einen fremden und immer noch unterschätzten Denkansatz nachvollziehbar zu machen. " Mark Siemons
Wulf Kirsten: Beständig ist das leicht Verletzliche
Neues Deutschland, 17.03.2010: "Wulf Kirsten sammelte deutsche Lyrik: ein Meisterwerk. Er hat in jahrelanger Arbeit eine packende Lyrik-Sammlung komponiert, es entstand gleichsam ein fortlaufendes Gedicht, bekannte Dichter neben randständigen – das fortlaufende Gedicht ergibt ein eindringliches, noch nie so kompaktes Bild von Gleichzeitigkeit." Hans-Dieter Schütt
Ursula Priess: Sturz durch alle Spiegel
Schaffhauser Nachrichten, 13.03.2010: "Die Tochter des grossen Literaten Max Frisch gab so behutsam wie bewusst kostbare Momente aus ihrem ganz persönlichen Erinnern an den Menschen und Vater an die Öffentlichkeit. Es ist weder ein Roman noch irgendeine voyeuristisch geartete Entblössung einer Vater-Tochter-Konstellation. Und ohne ein Selbsterfahrungprotokoll darzubieten, hat Ursula Priess ihren eigenen 'Max' mit Genauigkeit porträtiert wie als ein Patchwork: mit kostbaren und auch schmerzenden Erinnerungsfragmenten, die immer wieder an Orten und in Situationen in ihrem eigenen (Beziehungs-)Leben vorhanden sind." Ursula Noser
Ismail Kadaré: Ein folgenschwerer Abend
www.sandammeer.de, 12.3.2010: "'Ein folgenschwerer Abend' ist ein fast kafkaesker Wurf eines großen Erzählers, dessen Bedeutung im deutschsprachigen Raum leider nicht einmal annähernd seinem künstlerischen Rang entspricht. Eine spannende, literarisch überzeugende Parabel.
Ein Roman, der zwischen den Zeilen lebt und den Leser zwingt, weiter als das Geschriebene zu denken, immer weiter, um sich ihm mit voller Kraft zu öffnen und dann, noch lange nach dem letzten Satz, nachbebt." Roland Freisitzer
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
www.sandammeer.de, 12.03.2010: "Mit Verlauf der Erzählung merkt man, dass Jewgenij Grischkowezs Humor und Selbstironie nur die vordergründige Schicht einer beeindruckenden Erzählung ist, die bei genauem Lesen einen wirklich starken, von russischer Schwermut durchtränkten Text freigibt, der unter Anderem versucht, die Identität und Stellung des Protagonisten, quasi als 'Sibirier per se' in der heutigen Welt, mit der Last des zwanzigsten Jahrhunderts auf dem Rücken, zu definieren. Absolute Empfehlung." Roland Freisitzer
Jewgenij Grischkowez: Flüsse
Deutschlandradio Kultur, 10.03.2010: "Verwoben ist diese Séance der Selbstergründung mit Betrachtungen über Sibirien und seine Bewohner. Man erwarte aber weder Kapitel aus einem Sachbuch oder eingestreute literarische Reise-Reportagen! Jewgenij Grischkowez wirft seine Blicke auf eher selten betrachtete Aspekte: Wie verhalten sich Sibirier im Süden? Wie gehen sie mit Besuchern aus dem Ausland um? Wie ist das Lebensgefühl in einem riesigen Territorium, in dem es zwar sehr viel Wald und Wiese, aber kaum einen Hügel gibt? Und in dem so gut wie kein Zeugnis einer weitreichenden Geschichte existiert? Auf geschickte Weise verbindet Grischkowez die zwei Stränge seiner Identitätssuche und findet dabei jenen zwischen Ernst und Witz ausbalancierten Ton, der schon sein Romandebüt 'Das Hemd' ausgezeichnet hat."
Gregor Ziolkowski
Abraham Sutzkever: Wilner Getto / Gesänge
Schwäbische Zeitung, 10.03.2010: "Sein Tagebuch aus dem Getto ist ein erschütternder Bericht, der den Menschen einen Namen gibt, ihren Alltag schildert, geprägt von ständiger Todesangst, von unvorstellbaren menschenverachtenden Gräueln, aber auch vom Überlebenswillen der Bewohner, der sie trotz allem Schulunterricht, Konzerte oder Theateraufführungen organisieren ließ. Mit seinen Gedichten und seinem Tagebuch ist Sutzkever zum modernen Hiob geworden, der nicht wie Dante aus einer fiktiven Hölle, sondern aus einer realen Hölle berichtet, und das in einer Poesie, die Zeugnis gibt von großer Innerlichkeit und Lebenskraft. Ammann ist glücklich, in Hubert Witt auch einen Übersetzer gefunden haben, der den spezifischen jiddischen Ton mitschwingen lässt."
Eric-Emmanuel Schmitt: Vom Sumo...
nahaufnahmen.ch, 09.03.2010: "Vom Sumo, der nicht dick werden konnte ist ein kurzer Band für einen ruhigen und entspannten Abend, die Seiten fliegen unter den Augen des Lesers nur so dahin, und wenn man ihn zuklappt, hat wenigsten der Optimist in uns ein paar Gramm zugenommen." Lisa Letnansky
Ralph Dutli: Liebe Olive
Rheinischer Merkur, 25.2.2010: "Ralph Dutli promeniert klug durch die Kulturgeschichte, von Homer über die Bibel und französische Poeten der Renaissance bis zu René Char und Francis Ponge. Eine Eloge auf den so trickreichen, weil widerständigen Olivenbaum."
Zyta Rudzka: Doktor Josefs Schönste
SWR2, 24.02.2010: "'Doktor Josefs Schönste' ist das erste auf Deutsch erschienene Buch von Rudzka, das 2006 in Polen herauskam. Es ist ein beeindruckendes Buch über das Alter und die Würde des Menschen. Die 1964 geborene Autorin, die auch als Pschotherapeuting arbeitet, weiß zudem gut Bescheid über die Trauma-Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden. Die Zeit ist kein Heilmittel, so lernen wir aus diesem Roman: am Ende des Lebens scheinen die Erinnerungen wieder intensiver zu werden, rücken näher heran und verhindern den Schlaf der Überlebenden." Ursula Escherig
Antonio Machado: La Guerra - Der Krieg
Deutschlandradio Kultur, 16.02.2010: "Vieles, aber nicht alles steht in einem engen Zusammenhang mit dem Spanischen Bürgerkrieg. Machados (philosophische) Lektüren und Betrachtungen, das Nachspüren und Werten der Erfahrungen seiner Generation, das Aufgreifen kultureller Phänomene wie des Tonfilms bilden Anlässe für diese Texte. In dieser Zusammenstellung vermitteln sie das Bild eines gereiften, vielfältig und weitläufig interessierten philosophischen Dichters, den die Zumutungen seiner Zeit in eine wachsende Desillusionierung trieben." Gregor Ziolkowski
German Sadulajew: Ich bin Tschetschene
Märkische Allgemeine Zeitung, 14.02.2010: "Ich bin Tschetschene lautet der Titel des Debüts, das sich dem traurigen, nicht enden wollenden Konflikt mit einer Fülle von Wissen und in plastisch drastischen Bildern widmet. Es handelt sich um eine Art poetisches Journal, das verschiedenste Genres miteinander mixt. Landschaftsreportage, Reisebericht und Autobiografie verschmelzen zu einem inneren Monolog des Ich-Erzählers Sadulajew, der mal sachlich nüchtern, streckenweise aber auch außerodentlich lyrisch funktioniert." Tobias Schwartz
Zhuangzi: Mit den passenden Schuhen vergißt man die Füße
eigentümlich frei, 14.02.2010: "Henrik Jäger (Hrsg.) gelingt es mit diesem Lesebuch, Zhuangzi eine in den heutigen Alltag hinein und noch dazu auf deutsch sprechende Stimme zu geben. Wolf Kantelhardt
Ralph Dutli: Liebe Olive
Rhein-Neckar-Zeitung, 06.02.2010: "Glück ist ein zugleich simples und komplexes Zusammenspiel mehrerer geschenkter Gegebenheiten, heißt es im achtzehnten Oliven-Kapitel von Ralph Dutlis kleiner Kulturgeschichte 'Liebe Olive'. Ausgesprochen vom Glück begünstigt war man, wenn Dutli bei der Lesung aus dem Buch Ausflüge ins Reich der Poesie unternahm... Sein poetischer Leitgedanke >Laute lenken, Laute denken< kam unüberhörbar zum Ausdruck. Ob er in deutscher, französischer, italienischer oder russischer Sprache rezitierte, die warme Klangfarbe von Dutlis Stimme, das weiche Ineinanderfließen und Rollen der Laute sind ein Genuss fürs Ohr." Cornelia Luther
German Sadulajew: Ich bin Tschetschene
SWR2, Buchkritk: "Wenn man das hochpoetische Büchlein, das nur knapp 160 Seiten umfaßt, zu Ende gelesen hat, weiß man nicht recht, in welchen literarischen Ordnungen man es unterbringen soll: Für einen Roman fehlt es zu sehr an Handlung und Personal; eine Autobiographie ist es auch nicht. Eine Dokumentation der Tschetschenienkriege, überhaupt ein Sachbuch oder eine wissenschaftliche Studie erwartet man vergebens. Doch von jeder dieser Gattungen finden sich eindrucksvolle Elemente." Dietrich Kreidt
Thomas Hürlimann: Dämmerschoppen
Schwäbische Zeitung, 06.02.2010: "Thomas Hürlimann ist ein Meister des literarischen Augenzwinkerns. Er gestaltet Geschichte und Figuren sprachlich differenziert und pointiert. Gunter Irmler
Fjodor Dostojewskij: Der Spieler
Falter, 04.02.2010: "Furios entwirft Dostojewskij ein mitunter sogar hochkomisches Pandämonium der vergeblich pekuniären und amourösen Berechnung, das Swetlana Geiers leichtfüßige Übersetzung von aller Patina befreit."
Abraham Sutzkever: Wilner Getto 1941 - 1944
Buchkultur, Februar 2010: "Abraham Sutzkever und sein Übersetzer Hubert Witt haben für die Ereignisse im Wilner Getto von 1941-1944 eine ganz eigene Sprache gefunden. Knappe, kurze Sätze schildern holzschnittartig, expressionistisch das fürchterliche Geschehen. Es gelingt Hubert Witt, einen Hauch des Jiddischen in sein Deutsch hineinzuweben." Konrad Holzer
Fjodor Dostojewskij: Der Spieler
Osteuropa 1/2010: "In Geiers Übertragung erweist sich der Roman, der von der Forschung lange Zeit unterschätzt wurde, obwohl er eine wichtige Vorstufe für das große Spätwerk des Schriftstellers war, als ein lesenswerter frischer Text." Karlheinz Kasper
Abraham Sutzkever: Wilner Getto / Gesänge
Volltext, Januar 2010: "Der Übersetzer Hubert Witt hat bei der Übertragung von Sutzkevers Gedichten Großartiges geleistet." Erich Klein
Fjodor Dostojewskij: Der Spieler
Nürnberger Zeitung, 29.01.2010: "Swetlana Geier gelingt es, jede der Romangestalten mit Ihrer eigenen Stimme sprechen zu lassen. Sie entdeckt die sprachliche Kreativität Dostojewskijs neu und befreit sie von patriarchischer und prophetischer Barttracht. Der Autor ist für sie kein politischer Religionsstifter, sondern in erster Linie Poet: Produzent von Sprachkunst. " Herbert Gebert
Meinrad und Bettina Inglin: Alles in mir heisst: Du!
NZZ, 28.01.2010: "Ein Liebespaar kommt eindrücklich zu Wort. Marzena Gorecka hat aus dem Briefwechsel eine Auswahl getroffen und sie mit akribischem Fleiss kommentiert." Beatrice von Matt
Abraham Sutzkever: Gesänge vom Meer des Todes
Mitteldeutsche Zeitung, 26.01.2010: "Sutzkevers Bericht ist ein Menschheitsdokument und ein literarisches Werk gleichermaßen." Christian Eger
Urusla Priess: Sturz durch alle Spiegel
Tessiner Zeitung, 22.01.2010: "Eindrücklich und eindringlich ist die Schilderung des Vater-Tochter Verhältnisses, in der wohl jede Tochter dieser Welt vertrautes finden wird. Tochter und Vater, Vater und Tochter in blühender lebenszeit, die Nähe und die Konflikte, die Zeit der Krankheit des Vaters und dessen Tod." Annegret Dietheim & Attilio D`Andrea
Abraham Sutzkever: Wilner Getto 1941-1944
Nürnberger Nachrichten, 22.01.2010: "Diese beiden Dokumente, die Tagebuchnotiz und das kurze Poem, sind wieder an die Öffentlichkeit gekommen, weil der Züricher Ammann-Verlag das Werk des litauischen jiddischen Dichters in zwei von Hubert Witt sensibel ins Deutsche übertragenen Bänden herausgegeben hat: die Aufzeichnungen aus dem Wilner Getto zwischen 1941 und 1944 und die diese Zeit erschütternd begleitenden Gedichte, die „Gesänge vom Meer des Todes“. Beide Bücher aber des heute weitgehend vergessenen Abraham Sutzkever sind ein einzigartiges Mahnmal aus zu Worten gewordener Trauer, aus in Sätzen und Versen erstarrtem Entsetzen." Bernd Noack
Friedrich Kröhnke: Ein Geheimnisbuch
Deutschlandfunk, Büchermarkt, 19.01.2010: "Der wahre Leser liest, um zu lesen, nicht weil Lesen interessant ist oder bildet. Er braucht es wie die Luft zum Atmen und das Essen zum Überleben. Um nichts weniger als das geht es in diesem wunderbaren kleinen, ein wenig geheimnisvollen, sehr persönlichen und doch aufs angenehmste diskreten Büchlein: Um Bilder. Typographie. Einzelne Wörter, Ungelesenes, das einen reizt. Erinnertes. Schönes. Und um Vergängliches. Um Bücher." Alain Claude Sulzer
Tymofly Havryliv: Wo ist dein Haus, Odysseus?
NDR1 Niedersachen, Bücherwelt, 19.01.2010: "Wo ist dein Haus, Odysseus? ist die bewegende Geschichte eines Mannes, der durch diese eigenartige, sich durch die Globalisierung wandelnde Welt reist, getrieben von Neugier und Fernweh. Ein Buch für nachdenkliche Leser, die sich gerne Zeit für sprachliche Feinheiten nehmen und Schilderungen von Phantasien und Träumen mehr schätzen als Aktion." Margarete von Schwarzkopf
German Sadulajew: Ich bin Tschetschene
Der Standard 13. 01. 2010: "Dieses schmale Bändchen, zweifellos eines der unerhörten literarischen Erzeugnisse des kürzlich abgelaufenen Jahres, verweigert die Perspektiven der politischen Recht- und Machthaber. Es verzeichnet wie ein Natur- und Langgedicht die hunderten Details, die Farbspuren und Gerüche einer zu Untergang und Unterwerfung verdammten Welt. Parteilichkeit wird man dieser Prosa nicht vorwerfen können - hingegen muss man ihr Plädoyer für das unbestechliche, das poetische Gedächtnis lieben und schätzen." Ronald Pohl
Timofyi Havryliv: Wo ist dein Haus, Odysseus?
Wiener Zeitung, 9.01.2010: "Hier ist ein Dichter unterwegs, der sich eine eigene Welt erträumt. Havrylivs Prosatext, der von Harald Fleischmann kongenial in ein hoch elaboriertes Deutsch übertragen wurde, wäre zutreffender mit dem schönen Ausdruck „längeres Gedankenspiel“ beschrieben, den Arno Schmidt für seine eigenen Bücher prägte." Hermann Schlösser
Abraham Sutzkever: Wilner Getto 1941-1944
Deutschlandradio, 10.01.2010: „Sutzkever veröffentlichte seinen Bericht separat, unter anderem in Paris und Moskau. Nur in Deutschland, dem Land der Mörder, erschien er nicht. Umso verdienstvoller ist es, dass der Ammann Verlag dieses Versäumnis nun endlich wett gemacht hat. Ein zweiter Band enthält eine bescheidene Auswahl aus Sutzkevers umfangreichem lyrischen Schaffen. Die beiden Schmerzensbücher sind vielfach aufeinander bezogen. Gemeinsam zeugen sie von einem der größten Dichter des 20. Jahrhunderts und seinem unglaublichen Schicksal.“ Ernst Piper
Thomas Hürlimann: Dämmerschoppen
Sächsische Zeitung, 09.01.2010: "Nehmen wir zum Beispiel Thomas Hürlimanns Buch 'Dämmerschoppen'. Ein kleiner Prachtband, unbegreiflich preisgünstig, der sich trotz seiner 225 Seiten wunderbar anfassen, aufblättern und lesen lässt. Und was wäre so schweizerisch daran? Zunächst die ERzähltechnik: still und unaufgeregt wie der Mont Blanc, unbestehlich, zeitgeistresistent und wie aus einem Guss. Dann die typischen Schweiz-Sujets: der Zug im Tunnel ohne WC, das Gewitter über dem Festredner auf der Rütliwiese, die tödliche Melancholie des alten Gottfried Keller, der zum Rheinfall von Schaffhausen wandernde Goethe. Außerdem gibt es diese grandiosen, wie aus der Zeit gefallenen Miniaturen über einen Mönch, der die Madonna der Klosterkirche täglich neu einkleidet, oder über den 'Meister des Raums', der kein Günter-Netzer-Fußballer ist, sondern der Tod selbst. Das schreibt hier keiner. Das kann auch keiner. Denn das ist die Erotik des Unterschieds." Dagmar Just
Thomas Hürlimann: Dämmerschoppen
Märkische Allgemeine, 07.01.2010: "Der Verfasser der häufig nur fünf Seiten langen Destillate entpuppt sich in jeder Zeile als Liebhaber der Spitzzüngigkeit." Ulf Heise
Fjodor Dostojewskij: Der Spieler
Deutschlandradio, 5.1.2010: "Der Spieler liest sich nun dynamischer und pointierter. Da wird zum Beispiel ein penetranter Oberkellner von der munteren Großtante als "Lebkuchenvisage" abgefertigt; das ist treffender als "Nürnberger Fratze" oder "Puppenfratze", wie in alten Übersetzungen zu lesen. Auch wenn sich auf der Inhaltsebene kaum etwas verändert - das Stakkato der Beschreibungen wirkt nun intensiver, vermeidet die geglättete Schriftsprache und nähert sich dem mündlichen Erzählen, mit elliptischen Sätzen ohne Verb oder dem oft abrupten Wechsel der Erzählzeit von der Vergangenheit in die Gegenwart. Hier wurde nicht ein alter Text geliftet - vielmehr zeigt er sich dank der Übersetzung von Swetlana Geier in der Frische, die ihm zukommt.“ Wolfgang Schneider
Zyta Rudzka: Doktor Josefs Schönste
Die Berliner Literaturkritik.at, 04.01.2010 "Der Autorin gelingt es , mit Hilfe von Poesie das Hässliche schön werden zu lassen, so seltsam das auch klingen mag, und hat mit diesem ersten ins Deutsche übersetzten Roman ein bewegendes Werk geschaffen nicht nur über Holocaust-Überlebende, sondern auch über das Alter und die Erinnerungen, das Leben und das Überleben und vor allen Dingen über Menschenwürde bis zum letzten Atemzug." Winfried Stanzick
