Presse-Mitteilung
Zum 30. Juni 2010 wird der Ammann Verlag seine publizistische Verlagsarbeit beenden. 1981 von Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld gegründet, erreichte der Verlag sogleich mit seiner ersten Publikation, dem Erzählungsband »Die Tessinerin« von Thomas Hürlimann, internationale Aufmerksamkeit. Für das Frühjahr 2010 bereiten wir unser letztes Programm vor. In 29 Jahren hat der Verlag zahlreiche zeitgenössische deutsch- und fremdsprachige Autoren aus allen fünf Erdteilen entdeckt und gefördert. Bedeutende Werke der Weltliteratur sind zum Teil erstmals in deutscher Sprache übersetzt und veröffentlicht worden, so u.a. Werke von Fernando Pessoa, Ossip Mandelstam, Antonio Machado. Swetlana Geiers kongeniale Neuübersetzungen der »Elephanten« von Fjodor Dostojewskij ebneten den Weg für eine neue Lesart und damit eine erfolgreiche Renaissance dieses bedeutenden Autors. Sie finden sich so selbstverständlich im Verlagsspektrum wie die wichtigsten Werke von Wole Soyinka, Ismail Kadare, Ralph Ellison, Zora Neale Hurston, Georges-Arthur Goldschmidt, Les Murray, Abraham Sutzkever u.a.m. Zu den deutschsprachigen Autoren, deren Werk von Beginn an im Ammann Verlag erschienen sind, gehören Thomas Hürlimann und Ulrich Peltzer. Neben den Werken von Erika Burkart, Hansjörg Schneider, Helen Meier, Ruth Schweikert u.a. veröffentlichte der Verlag zahlreiche Debüts heute bekannter und gefeierter Autorinnen und Autoren wie Julia Franck und Thorsten Becker. Ammann hat gegen 1000 Titel publiziert, viele der Titel wurden von der Literaturkritik gefeiert und mit Auszeichnungen und Preisen bedacht, viele von der Leserschaft geliebt wie die Bücher des Bestseller-Autors Éric-Emmanuel Schmitt. Die Gründe für diesen Entschluss liegen im fortgeschrittenen Alter der Verleger und in einer Marktsituation, die für Literatur zunehmend schwieriger wird. Ein Verlag mit dem Profil des Ammann Verlags ist eng an die verantwortlichen Personen gebunden und kann ohne sie nicht fortbestehen. Marie-Luise Flammersfeld und ich haben gegeben, was wir zu geben hatten. – »Alles hat seine Zeit.«
Egon Ammann, 10. August 2009
Aktuelle Porträts von Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld unter www.ohlbaum.de

